23.06.09
In eigener Sache / Sommerpause
Melde mich bald mit neuen Storys zurück
06.05.09
Crime-Telegramm / Schwedische Aktion gegen tödliche Gewalt gegen Frauen
Die schwedische Zeitung Aftonbladet führt seit letzter Woche eine Kampagne gegen männliche Gewalt gegen Frauen. Seit dem Jahr 2000 sind in Schweden 153 Frauen von ihren Lebensgefährten, Ehemännern, Verlobten, Ex-Freunden o.ä. ermordet worden. Aftonbladet klagt vor allem an, dass viele der Taten gar nicht als Mord in der Öffentlichkeit bekannt werden. Man spreche in diesem Zusammenhang gerne von "Familientragödien" oder, wenn sich der Täter anschließend selbst richtet, von "erweitertem Selbstmord"
30 Täter haben anschließend Selbstmord begangen, 28 Täter besitzen bis heute das Sorgerecht über die gemeinsamen Kinder.
114 der Opfer wurden in ihrer eigenen Wohnung getötet, viele von ihnen sogar in ihrem eigenen Bett.Die Opfer waren zwischen 15 und 86 Jahre alt, sie kamen aus allen sozialen Schichten, unter ihnen sind Rechtsanwältinnen und Lehrerinnen genauso, wie Arbeitssuchende.Viele der Frauen hatten kurz vorher gesagt, dass sie sich von ihrem Mann trennen wollen.
Die Zeitung erzählt in einer Serie die Geschichten der Frauen, gibt aber auch Tipps und wichtige Adressen für betroffene Frauen in Schweden!
Hier ist die Aftonbladet-Liste der 15 wichtigsten Alarmsignale, bei denen alle Frauen hellhörig und sehr vorsichtig werden sollten. Auch Freunde und Verwandte, die Jemanden anhand der Liste wiedererkennen, sollten wach werden.
1. Er ist gewalttätig, auch auf sexuellem Gebiet
2. Er neigt zu Drohungen.
3. Seine Gewaltbereitschaft nimmt zu.
4. Er hält sich nicht an einstweilige Verfügungen, die es ihm verbieten, sich ihr zu nähern.
5. Er entschuldigt seine Gewaltausbrüche mit Eifersucht oder gibt sogar ihr die Schuld
6. Er ist bereits vorbestraft.
7. Er hat bereits mehrere schwierige Beziehungen hinter sich.
8. Er ist arbeitslos und hat Geldprobleme
9. Er hat ein Suchtproblem
10. Er neigt zu Depressionen, hat Angstzustände, sehr eifersüchtig, spielt mit Selbstmordgedanken
Wenn dann noch folgende fünf Punkte bei der Frau zutreffen, entsteht eine gefährliche Kombination:
1. Die Frau ist nicht konsequent, sie zieht beispielsweise eine Anzeige wieder zurück oder sie ruft nach einem Streit den Ex selbst wieder an.
2. Sie hat bereits solche Angst vor dem Mann, dass sie nicht mehr vernünftig handelt, jede Hilfe ablehnt und enorme Angst um alles hat.
3. Sie hat keine Ahnung von der gesetzlichen Lage, kennt keine Organisationen, die helfen könnten und hat kaum Kontakt mit Familie und Freunden
4. Sie ist gezwungen, mit ihm Kontakt zu haben. Z.B., weil beide das gemeinsame Sorgerecht haben.
5. Sie hat selbst Probleme, ist arbeitslos, hat Geldsorgen und/oder ein Suchtproblem. Sie kann auch unter einer Behinderung leiden oder krank sein.
02.05.09
Crime-Telegramm / Morddrama im schwedischen Hochadel / Teil 3
Der Werbefachmann, der als erster festgenommen war, hat nun mit vollem Namen und Foto ein Interview gegeben, wahrscheinlich auch wegen der kursierenden Gerüchte zum Tatmotiv. Er sagt, er kennt die Grafenfamilie überhaupt nicht. Er hat mit der Ex-Gräfin zwar vor Jahren gemeinsam studiert, aber richtigen Kontakt habe es nicht gegeben, den Grafen selbst habe er noch nie getroffen. Er habe auch mit seinem Anwalt darüber gesprochen, was man dagegen machen könnte. Wenn man das Interview mit ihm liest, versteht man nicht mehr, wie die Polizei überhaupt auf ihn gekommen ist. Er selbst sagt, dass es ein Missverständnis gewesen sein muss. Tja ...
Ein doppelter Mordversuch auf offener Straße. Viele haben den Täter gesehen, auch die Opfer selbst, und trotzdem kein Motiv und keine Beweise. Alles sehr merkwürdig.
25.04.09
Crime-Telegramm / Morddrama im schwedischen Hochadel / Teil 2
Deswegen hat die Staatsanwaltschaft heute die Verhaftung der Ex-Gräfin beantragt (sie war ja bisher nur festgenommen), und der Haftrichter kam dem Antrag nach. Sie kam in U-Haft. Die Frau weist jede Schuld von sich.
Man wird sehen, was der festgenommene Türsteher in den nächsten Tagen zu sagen hat.
Dem angeschossenen Grafen und seiner verletzten Lebensgefährtin scheint es wieder besser zu gehen.
23.04.09
Crime-Telegramm / Morddrama im schwedischen Hochadel
Am späten Dienstag Nachmittag wurde mitten in der Stockholmer Innenstadt auf einen Grafen und dessen hochschwangere Lebensgefährtin geschossen.
Graf P. kam mit seiner Lebensgefährtin zur Storekyrkan-Schule in der Stockholmer Altstadt. Offenbar wollte er dort seine Töchter abholen. Als das Paar vor der Schule stand, eröffnete ein Mann das Feuer. Er schoss ca. acht Mal auf das Paar, dann flüchtete er auf einer gelben Vespa. Anwohner hatten beobachtet, dass der Mann mit der gelben Vespa drei Stunden vor der Schule gewartet hatte.
Der Graf und seine Freundin stürzten schwer verletzt zu Boden, die Hochschwangere konnte aber noch über Handy die Polizei alarmieren, ein in der Nähe wohnender Arzt kam zufällig vorbei und leistete Erste Hilfe. Graf P. erlitt Kopf- und Brustverletzungen, seine schwangere Freundin wurde ebenfalls schwer verletzt.
Trotzdem konnte sie am Donnerstag aussagen, dass sie den Täter noch nie in ihrem Leben gesehen hat. Andere Einzelheiten über den Gesundheitszustand der beiden Opfer sind noch nicht bekannt.
Nur wenige Stunden nach der Tat wurde ein in Schweden sehr bekannter Werbefachmann festgenommen. Er stand unter Tatverdacht, hatte jedoch ein Alibi. Am Mittwoch kam er wieder frei. Stattdessen nahm die Polizei nun die Ex des Grafen fest.
Die zwei Festnahmen haben dazu geführt, dass nun pikante und problembeladene Einzelheiten aus dem Leben des Grafen bekannt werden. Bisher wird der Name des Grafen zwar noch nicht genannt, aber jeder in Schweden kennt ihn inzwischen, da man weiß, auf welchem Schloss er wohnt. Graf P. galt bisher als biederer Gutsherr mit einem glücklichen Händchen für die Landwirtschaft und guten Beziehungen zum Königshaus. Hinter den vornehmen Schlossmauern müssen sich in den letzten Jahren jedoch einige Dramen abgespielt haben!
Der Werbefachmann soll - so eine Zeitung - unter Verdacht geraten sein, weil ein DNA-Test vor kurzem gezeigt hatte, dass seine Tochter gar nicht seine Tochter ist. Graf P. soll der Vater sein.
Die Ex des Grafen kam anschließend ins Fadenkreuz der Polizei, weil sie um das Sorgerecht der gemeinsamen Kinder streitet. Die momentane Theorie der Polizei: Sie hat einen Killer angeheuert, der den lästigen Grafen aus dem Weg räumen sollte.
Die Freunde der Frau sind von ihrer Unschuld überzeugt, und vorläufig konnte der Vespafahrer - der von vielen gesehen wurde - nicht gefasst werden, obwohl es in Stockholm eigentlich nicht viele gelbe Vespas geben dürfte.
Vielleicht gibt es jedoch auch ganz andere Hintergründe für die Tat.
Vielleicht war es sogar eine Verwechslung.
Und vielleicht wird er hoffentlich mal wieder so fit sein, dass er selbst zu dem ganzen Wirrwarr Stellung nehmen kann.
Ganz aktuell wirkt es ziemlich merkwürdig, dass die Polizei noch kein Phantombild des Vespafahrers veröffentlicht hat und den Mann auch nach zwei Tagen immer noch nicht gefunden hat.
Man wird aber so oder so noch einiges über diesen doppelten Mordversuch in vornehmsten Kreisen hören.
20.04.09
Thomas Quick - ein Mann, der ein Serienkiller sein wollte?
Thomas Quick beantragt heute einen neuen Prozess, und wahrscheinlich wird ihr ihn bekommen. Damit könnte der größte Rechtsskandal in Schweden ins Rollen kommen.
Quick gilt seit über einem Jahrzehnt als "der" Serienkiller Schwedens. Er soll zehn kleine Jungen, ein holländisches Pärchen und einen isralischen Touristen ermordet haben (dazu später ausführlichere Infos). Insgesamt hat er 33 Morde in Schweden und Norwegen gestanden!
Heute nimmt er alle seine Geständnisse zurück, und Experten sind davon überzeugt, dass er wirklich gelogen hat. So hat er einen Mord genauso beschrieben, wie er in einer TV-Rekonstruktion geschildert wurde, obwohl in dieser Sendung einige Fehler eingebaut waren. Fakten, die nur der wirkliche Mörder kennen konnte, wurden verändert oder falsch geschildert.
Außerdem stand er während der Geständnisse unter Drogen, er war psychisch krank und wurde mit Medikamenten behandelt.
Schon damals, als Quick als Serienmörder verurteilt wurde, gab es in Skandinavien viele Zweifler. Es schien keinen Zusammenhang zwischen den Morden zu geben. Die ganzen Geschichten schienen ZU verrückt zu sein, man suchte nach Quicks Angaben nach Leichen, die man nicht fand usw.
Falls ein neuer Prozess nun Quicks Unschuld bestätigt, gibt es eine tragische Schlussfolgerung: Viele Morde in Schweden und auch Norwegen müssen neu aufgerollt werden! Die wirklichen Mörder sind immer noch auf freiem Fuß.
14.04.09
Crime-Telegramm / Dänischer Gerichtsmediziner befürchtet viele ungeklärte Giftmorde
Dr. Bent Kaempe konnte auf Ostern seinen 75. Geburtstag feiern und sprach deshalb mit der dänischen Zeitung Ekstra Bladet. Er war 45 Jahre lang Gerichtsmediziner, insgesamt hat er die Organe von 18.000 Personen obduziert. Sein Spezialgebiet waren Giftmorde, Ärzte schickten ihm aus dem ganzen Land Organe von Leichen, wenn sie einen Giftmord vermuteten.
Er hat heute einen traurigen Verdacht: Er denkt, dass es zahlreiche Giftmorde gibt, die nie entdeckt werden. In Dänemark schätzt er, dass es bis zu 12 unentdeckte Giftmorde pro Jahr gibt. Er fordert, dass Ärzte aufmerksamer sind und von Verstorbenen Haare mit Haarwurzel entfernen und zur Untersuchung schicken, wenn sie sich in puncto Todesursache nicht absolut sicher sind.
