Anfangs war es nur der Fall einer verschwundenen Frau, dann wurde es plötzlich so viel mehr und ist in diesen Tagen das ganz große Rätsel bei der dänischen Kriminalpolizei. Lisbeth Nielsen (46) ist allein erziehende Mutter von zwei Teenagern. Am Freitag, den 23. Oktober haben die beiden Jungen ihre Mutter zum letzten Mal in der Wohnung gesehen. Am Montag, nachdem man sie im ganzen Freundes- und Verwandtschaftskreis schon gesucht hatte, gingen Verwandte zur Polizei und meldeten sie vermisst. Die Polizei suchte, setzte auch Spürhunde und Suchtrupps ein. Lisbeth bleibt jedoch - bis heute - verschwunden.
Die überraschende Wende kam am 30. Oktober, als die Polizei bekannt gab, dass Lisbeths Freund Bjarne Östergaard Madsen festgenommen wurde. Nun schien es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis man erfuhr, was mit Lisbeth passiert war. Aber Bjarne machte allen einen Strich durch die Rechnung. Er erhängte sich am Tag nach seiner Festnahme in seiner Zelle!
Gleichzeitig wurde bekannt, dass Bjarne Madsen alles andere als ein normaler, netter Däne ist: Er hat bereits zwei Frauen ermordet!
Seinen ersten Mord beging er, als er erst 16 Jahre alt war. Damals erwürgte er seine 15-jährige Freundin Birthe Simonsen. Er bekam drei Jahre Haft, kam als 19-Jähriger wieder frei und beging mit 23 seinen zweiten Mord. Wieder war seine Freundin das Opfer. Die junge Frau hieß Vivian Nielsen. Sie hatte kurz zuvor erfahren, dass ihr Freund ein vorbestrafter Mörder ist und wollte ihn verlassen. Bevor es so weit kam, tötete er sie. Wieder wurde er verhaftet. Ein psychiatrisches Gutachten zeigte damals, dass er schizofren ist. Er wurde nicht verurteilt, sondern kam für mehrere Jahre in die Psychiatrie.
Im Gegensatz zu anderen Frauen, die sich in Kriminelle verlieben, hatte Lisbeth Nielsen keine Ahnung davon, wer der Mann an ihrer Seite ist. Die Wahrheit ging ihr erst Anfang Oktober auf, als sie mit ihren Söhnen und Bjarne in die USA flog. Im Flugzeug mussten sie die Visums-Papiere ausfüllen. Bei der Frage, ob er vorbestraft ist, die alle USA-Reisenden beantworten müssen, antwortete er mit Nein. Trotzdem wurde ihm die Einreise in die USA verweigert. Er kehrte nach Dänemark zurück, während Lisbeth mit ihren Söhnen in Kalifornien den geplanten Urlaub durchführte. Wahrscheinlich hat sie Kalifornien mal nachgeforscht, warum ihr Freund umkehren musste, wahrscheinlich ahnte sie nun, dass etwas nicht sauber war. Mitte Oktober kehrte sie nach Dänemark zurück. Sie weigerte sich jedoch, mit Bjarne zu sprechen, erst am 23. Oktober hatte sie kurz Zeit für ihn. Seit diesem Zeitpunkt hat sie niemand mehr gesehen.
Falls Bjarne Madsen auch Lisbeth ermordet hat, hat er sein Geheimnis mit ins Grab genommen. Er hat keinen Abschiedsbrief hinterlassen. Die Polizei bittet nun alle, die in den letzten Wochen mit ihm Kontakt hatten, mit der Polizei zu sprechen. Vielleicht ergibt sich daraus eine Spur. Inzwischen weiß man allerdings, dass er in der Nacht von Lisbeths Verschwinden mit seinem silbergrauen Audi in Djursland, fernab von Lisbeths Wohnort Aarhus, unterwegs war. Hat er dort die Leiche irgendwo vergraben? Die Polizei sucht nach Hinweisen und alle hoffen, nicht zuletzt auch für die Angehörigen und Lisbeths Söhnen, dass das Rätsel noch gelöst werden kann
Ekstra Bladet vom 2.November. Titel: "Er verheimlichte, dass er ein Doppelmörder war"
02.11.09
Crime-Telegramm / Liebte Lisbeth Nielsen einen Serienmörder?
Stichwörter:
Aktuelles,
Lisbeth Nielsen,
Serienverbrecher
23.10.09
Crime-Telegramm / Dänemarks legendäre Soko wird abgeschafft
"Rejseholdet" -("Die Reisegruppe") war jahrzehntelang die wichtigste Arbeitsgruppe der dänischen Kriminalpolizei. Da Dänemark so klein ist, gab es nur in der Hauptstadt Kopenhagen ein Expertenteam für schwierige Ermittlungsarbeiten bei komplizierten Mordfällen. Wenn irgendwo im Land was schlimmes passierte, setzten sich die Mitarbeiter von "Rejseholdet" ins Auto und kamen der lokalen Polizei zur Hilfe. Ihre Ankunft war auch immer ein Zeichen dafür, dass es sich um einen wirklich schwierigen und vielleicht sogar Aufsehen erregenden Fall handelt. Die meisten Dänen bekamen immer eine leichte Gänsehaut, wenn es in den Nachrichten hieß: "Rejseholdet ist bereits vor Ort." Oder: "Rejseholdet hat nun die Nachforschungen übernommen."
Nun wurde bekannt, dass diese Epoche der dänischen Polizeigeschichte zu Ende geht. Die Gruppe wird von 40 auf 15 Mitarbeiter verkleinert. Die kleinen Polizeikreise im Land haben heute mehr Spezialisten wie früher, man ist auf die Arbeit der großen Könner in Kopenhagen nicht mehr angewiesen. Die 15 verbleibenden Mitarbeiter werden auch meist in Kopenhagen arbeiten, die meisten von ihnen sind IT-Spezialisten oder andere hoch qualifizierte wissenschaftliche Analytiker.
Übrigens:
Eine der besten Krimiserien des dänischen Fernsehens beschäftigte sich mit der Arbeit dieser Gruppe. Die Serie gewann sogar einen Emmy (als erste und bisher einzige in Dänemark produzierte Serie!). Das besondere an der Serie war, dass wahre dänische Kriminalfälle dramatisiert wurden, allerdings mit leichten Abänderungen (andere Namen, andere Orte) Der leicht schräge Kriminalkommissar Alan Fischer wurde von Mads Mikkelsen gespielt, der später als James-Bond-Schurke in "Casino Royal" weltberühmt wurde. In Deutschland lief die Serie unter dem Titel "Die Spezialisten". Schade, dass sie zu sehr später Uhrzeit ausgestrahlt wurde und kaum Beachtung fand. Einen kleinen Eindruck bekommt man hier
Nun wurde bekannt, dass diese Epoche der dänischen Polizeigeschichte zu Ende geht. Die Gruppe wird von 40 auf 15 Mitarbeiter verkleinert. Die kleinen Polizeikreise im Land haben heute mehr Spezialisten wie früher, man ist auf die Arbeit der großen Könner in Kopenhagen nicht mehr angewiesen. Die 15 verbleibenden Mitarbeiter werden auch meist in Kopenhagen arbeiten, die meisten von ihnen sind IT-Spezialisten oder andere hoch qualifizierte wissenschaftliche Analytiker.
Übrigens:
Eine der besten Krimiserien des dänischen Fernsehens beschäftigte sich mit der Arbeit dieser Gruppe. Die Serie gewann sogar einen Emmy (als erste und bisher einzige in Dänemark produzierte Serie!). Das besondere an der Serie war, dass wahre dänische Kriminalfälle dramatisiert wurden, allerdings mit leichten Abänderungen (andere Namen, andere Orte) Der leicht schräge Kriminalkommissar Alan Fischer wurde von Mads Mikkelsen gespielt, der später als James-Bond-Schurke in "Casino Royal" weltberühmt wurde. In Deutschland lief die Serie unter dem Titel "Die Spezialisten". Schade, dass sie zu sehr später Uhrzeit ausgestrahlt wurde und kaum Beachtung fand. Einen kleinen Eindruck bekommt man hier
Stichwörter:
Dänemark,
juristische Fragen,
Kriminalgeschichte
21.10.09
Crime-Telegramm / Todesurteil für zwei Norweger / Fortsetzung
Zwei Norweger wurden vor einigen Wochen im Kongo zum Tode verurteilt. Der Fall ist hier geschildert. Nun sind sie in Berufung gegangen, und dieser zweite Prozess entwickelt sich sehr merkwürdig. Bisher hatten sie immer gesagt, die Schüsse seien aus dem Dschungel gekommen. Es heißt jedoch nun, dass sie in den nächsten Tagen einen der beiden Passagiere im Wagen als Täter identifizieren wollen.
Allerdings scheint es Moland sehr schlecht zu gehen. Er hat Malaria und offenbar auch eine Depression. Es kann sein, dass der Prozess vorläufig eingestellt wird.
Ein norwegischer Journalist ist übrigens den Fluchtweg durch den Dschungel nachgegangen. Ein sehr anstrengender Weg! Die Einheimischen sind sehr erstaunt darüber, dass zwei Norweger in diesem Wald überleben konnten.
Hier der Film des Journalisten: http://www.vgtv.no/?id=26920
Allerdings scheint es Moland sehr schlecht zu gehen. Er hat Malaria und offenbar auch eine Depression. Es kann sein, dass der Prozess vorläufig eingestellt wird.
Ein norwegischer Journalist ist übrigens den Fluchtweg durch den Dschungel nachgegangen. Ein sehr anstrengender Weg! Die Einheimischen sind sehr erstaunt darüber, dass zwei Norweger in diesem Wald überleben konnten.
Hier der Film des Journalisten: http://www.vgtv.no/?id=26920
19.10.09
Carolin Stenvalls einsamer Tod
Nordschweden - das sind tiefe Wälder, einsame Straßen, Elche und Bären, Flüsse und Bäche, kaum Siedlungen oder gar Städte. Wer nach Kiruna im aller nördlichsten Eck des Landes will, fährt stundenlang auf breiten Straßen und trifft dabei nur selten ein anderes Auto.
Am 12. September 2008 machte sich die hübsche 29-jährige Carolin Stenvall auf dem Weg von der Hafenstadt Piteå nach Kiruna. Die Strecke ist nur etwas mehr als 400 km lang, aber sie gehört mit Sicherheit zu den einsamsten Straßen Europas. Carolin wollte im berühmten Eishotel von Jukkasjärvi bei Kiruna arbeiten und hatte dort ein Vorstellungsgespräch. In der Nacht vorher sollte sie bei Freunden in der Nähe übernachten.
Carolin fuhr los und kam nie in Kiruna an!
Ihr daheim gebliebener Freund versuchte sie über Handy zu erreichen. Das Handy klingelte, aber niemand ging ran. Man alarmierte die Polizei, und mithilfe der Handysignale wurde Carolins Auto gefunden. Es stand auf dem Rastplatz "Stenbron" der Europastraße 10, ca. 10 km außerhalb des kleines Ortes Gällivare. Im Auto lagen ihre Tasche und ihr Handy. Von ihr selbst fehlte jede Spur. Sie schien sich im wahrsten Sinne des Wortes in Luft aufgelöst zu haben.
Die schwedische Zeitung "Aftonbladet" zeigte damals einen Film vom Rastplatz, als man noch suchte und noch Hoffnung hatte. Auch wenn man kein Schwedisch versteht: Die Einsamkeit der Landschaft wird überdeutlich.
Carolin fuhr los und kam nie in Kiruna an!
Ihr daheim gebliebener Freund versuchte sie über Handy zu erreichen. Das Handy klingelte, aber niemand ging ran. Man alarmierte die Polizei, und mithilfe der Handysignale wurde Carolins Auto gefunden. Es stand auf dem Rastplatz "Stenbron" der Europastraße 10, ca. 10 km außerhalb des kleines Ortes Gällivare. Im Auto lagen ihre Tasche und ihr Handy. Von ihr selbst fehlte jede Spur. Sie schien sich im wahrsten Sinne des Wortes in Luft aufgelöst zu haben.
Die schwedische Zeitung "Aftonbladet" zeigte damals einen Film vom Rastplatz, als man noch suchte und noch Hoffnung hatte. Auch wenn man kein Schwedisch versteht: Die Einsamkeit der Landschaft wird überdeutlich.
Aber auch an dieser Straße am Ende Europas gab es Zeugen. Eine Frau meldete sich, die einen blauen Volvo beobachtet hatte, der sehr schnell davon gefahren war. Kurz darauf fand die Polizei in der Nähe des Rastplatzes eine blutige Automatte. Nun war klar, dass ein Verbrechen passiert sein musste. Caroline hatte keinen Spaziergang gemacht und hatte sich verlaufen, wie man noch gehofft hatte. Sie war auch nicht in den kleinen Fluss gefallen, der am Rastplatz vorbei rauscht. Etwas Schreckliches war hier an der Europastraße 10 geschehen!
Man suchte wochenlang nach Carolin, aber man fand ihre Leiche nicht. Der Einsatz war phänomenal. Man verwendete Wärmekameras, Hubschrauber, Hundesuchmannschaften. Von Carolin keine Spur.
Verwirrung entstand, als man eine blutverschmierte Handtasche an einem Rastplatz fand.
Der Fall entwickelte sich zu einem der größten Medienspektakel in der schwedischen Geschichte. Alle Zeitunge, alle TV-Kanäle, alle Radiosender - jeder beteiligte sich an der Suche nach Carolin.
Am 16. Oktober kam es dann zu einer überraschenden Wende. Die Polizei nahm den dreifachen Vater und Bergbauarbeiter Toni Alldén fest. Er fuhr einen blauen Volvo. Die Matte aus dem Kofferraum fehlte. Es war genau die Matte, die man am Parkplatz gefunden hatte. In der Nähe des Rastplatzes besaß er außerdem eine Jagdhütte. Auch hier fand die Polizei Blutspuren. Außerdem hatten Techniker auf dem Parkplatz eine Kugel aus einem Jagdgewehr gefunden, das Alldén gehörte.
Toni Alldén wies in den ersten Verhören alle Anschuldigungen zurück, dann brach er zusammen und gestand. Allerdings ist seine Geschichte so wirr, und bis heute glaubt niemand, dass er die Wahrheit sagt.
Angeblich hatte er am Rastplatz einen Halt eingelegt, als Carolin aus der Toilette kam und wegen seiner Art, Auto zu fahren, schimpfte. (Warum sie das auf einem Rastplatz hätte tun sollen, ist eines der vielen Rätsel dieses Falles) Alldén sah jedenfalls in diesem Moment Rot. Er schubste sie, Caroline fiel und blutete aus dem Mund. Sie war tot! Voller Panik legte er sie in den Kofferraum seines Autos und fuhr weg.
Endlich erfuhr die Polizei auch, wo sie Carolins Leiche suchen konnte. Sie lag ca. 30 km entfernt in der Nähe der Ortschaft Lansjärv im Wald. Alldén weigerte sich, mit in den Wald zu gehen. Angeblich wolle er mit dieser "schrecklichen Sache" nicht mehr konfrontiert werden.
Trotzdem fand die Polizei Carolins Leiche.
Und erst jetzt ging wirklich ein Schock durch die ganze Bevölkerung. Carolin war keinesfalls unglücklich gefallen und dabei quasi aus Versehen gestorben. Der Mörder hatte sie gewürgt, er hatte mit einem Hammer oder einem anderen schweren Gegenstand auf sie eingeschlagen und dann auch noch mit einem Jagdgewehr auf sie geschossen. Eine Kugel traf sie in den Rücken. Hatte Carolin noch verzweifelt vorsucht, vor ihrem Peiniger zu fliehen?
Allerdings: Eine ganz genaue Obduktion war nicht mehr möglich. Toni Alldén, der angeblich psychisch nicht in der Lage war, der Polizei die Leiche zu zeigen, war mehrere Male nach der Tat zu seinem Opfer zurück gekehrt.
Er hatte versucht, Caroline zu verbrennen. Außerdem fehlen einige Körperteile. So konnte z.B. kein DNA-Test durchgeführt werden, der zeigen würde, ob Carolin auch vergewaltigt wurde. Nur eines steht definitiv fest: Sie wurde erst schwer misshandelt, dann erschossen. Wahrscheinlich kniete sie, als Alldén von hinten auf sie schoss.
Alldén hält bis heute an seiner Version fest. Es sei ein Unfall gewesen. Erst nachdem man ihm die Obduktionergebnisse vorgelegt hatte, gab er zu, auch auf Carolin geschossen zu haben. Allerdings sei sie - so Alldén - bereits tot gewesen. Er hätte "nur" noch auf sie geschossen, um ganz sicher zu gehen. Sein Verteidiger versuchte sogar mit Gegenanalysen zu beweisen, dass Carolin schon tot, war, als auf sie geschossen wurde. Aber alle Gerichtsmediziner hielten daran fest, dass Carolin zu diesem Zeitpunkt noch gelebt hat.
Toni Alldén wurde am 19. März 2009 zu lebenslanger Haft verurteilt. Er legte Berufung ein, aber das Urteil wurde am 18. Juni bestätigt.
Trotzdem bleiben viele Fragen offen. So lange Alldén sich weigert, die Wahrheit zu erzählen, wird man nicht wissen, was damals eigentlich passiert ist. Denn es gibt jede Menge Ungereimtheiten.
Toni Alldén war an diesem Wochenende auf Elchjagd. Er verließ seine Jagdfreunde um heimzufahren, blieb aber in seiner Jagdhütte, offenbar um ungestört zu trinken. Hat er Carolin am Parkplatz niedergeschlagen, entführt und bei seiner Hütte dann als lebendes Jagdziel benutzt? Hat er sie auch sexuell missbraucht? Hat er bereits auf dem Rastplatz auf sie geschossen oder war es wo anders? Wie kam die Kugel auf den Rastplatz, und warum hat niemand einen Schuss gehört, falls er wirklich dort geschossen hatte, um sicher zu sein, dass sie wirklich tot ist?
Die Polizei hatte während der Suche nach Carolin ja auch eine blutverschmierte Handtasche gefunden. Nach Alldéns Festnahme stellte sich heraus, dass Alldén die Tasche einer Kollegin geklaut hatte, sie mit Blut verschmiert und als Ablenkungsmanöver auf einem Parkplatz gestellt hatte. Warum hat er das getan? Jedenfalls ist es denkbar, dass Jemand, der eine Tasche als falsche Spur platziert, auch eine Kugel an einem Ort als falsche Spur legen kann.
Und überhaupt: Wo war er das ganze Wochenende, als seine Frau glaubte, er sei bei der Jagd und seine Freunde glaubten, er sei zu hause.
Warum hält er so eisern daran fest, dass es ein Unfall war, obwohl sich kein Mensch auf der Welt vorstellen kann, dass Jemand zwei Mal auf eine bereits tote Frau schießt?
Vielleicht wird er ja einmal die Wahrheit berichten. Vielleicht ist es aber auch besser für ihre Familie und Freunde, wenn sie weiterhin daran wenigstens ein bisschen daran glauben können, dass Carolin schnell und ohne Grauen gestorben ist, weil sie auf einem Rastplatz zufällig den Verkehrten angemeckert hatte.
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carolin stenvall
17.10.09
Crime-Telegramm / Mord ohne Leiche und ohne Mörder
Weihnachten 2007 verschwand ein schwedischer Arzt (67) aus seinem Haus in Trollhättan. Sein 26-jähriger Sohn - ein hochbegabter Ingenieur-Student - teilte der Familie mit, der Vater sei nach Las Palmas ausgewandert. Keiner wunderte sich. Der Vater hatte sich aus dem Berufsleben zurückgezogen, er liebte die Sonne und reiste oft in den Süden. Regelmäßig bekam die Familie außerdem Emails des alten Herrn. Der Sohn lebte weiterhin im Haus seines Vaters, fuhr dessen Auto, plegte des Garten und passte auf den Hund auf.
Dann passierte etwas Schreckliches: Der 26-Jährige setzte sich im Juni dieses Jahres ins Auto und fuhr damit mit hoher Geschwindigkeit gegen eine Bergwand. Es war eindeutig Selbstmord, die Polizei fand neben den Toten einen Zettel, auf dem er darum bat, dass sich jemand um seinen Hund kümmert.
Die Polizei sprach mit der Familie und erfuhr, dass der Sohn kurz vor seinem Selbstmord offenbar gestanden hatte, dass der Vater Weihnachten 2007 auf der Treppe ausgerutscht und gefallen ist. Er sei mit dem Kopf aufgeschlagen und gestorben. Der Sohn habe in Panik die Leiche ins Auto gepackt und dann im Meer versenkt.
Die Familie hatte etwas verwirrt auf dieses Geständnis reagiert, weil sie ja regelmäßig Emails von dem alten Herrn bekommen hatte.
Nachforschungen zeigten jedoch, dass der Sohn diese Mails geschrieben hatte. Außerdem war der Mann definitiv niemals in Las Palmas angekommen.
Die Polizei geht inzwischen von einem Mord aus. Kein Mensch würde eine Leiche - so die Polizei - im Meer versenken, wenn der Tote eines natürlichen Todes gestorben ist.
Man hat das Grundstück, auf dem Vater und Sohn gelebt hatten, umgegraben, aber nichts gefunden. Die Leiche scheint also wirklich im Meer zu sein.
Der Sohn hat sein Geheimnis mit ins Grab genommen. War es ein Unfall, eine Familientragödie oder doch Mord? Man wird es wahrscheinlich nie erfahren. Mit Sicherheit war es etwas, was seine Seele so schwer belastet hat, dass er am Ende keinen Ausweg mehr sah.
Dann passierte etwas Schreckliches: Der 26-Jährige setzte sich im Juni dieses Jahres ins Auto und fuhr damit mit hoher Geschwindigkeit gegen eine Bergwand. Es war eindeutig Selbstmord, die Polizei fand neben den Toten einen Zettel, auf dem er darum bat, dass sich jemand um seinen Hund kümmert.
Die Polizei sprach mit der Familie und erfuhr, dass der Sohn kurz vor seinem Selbstmord offenbar gestanden hatte, dass der Vater Weihnachten 2007 auf der Treppe ausgerutscht und gefallen ist. Er sei mit dem Kopf aufgeschlagen und gestorben. Der Sohn habe in Panik die Leiche ins Auto gepackt und dann im Meer versenkt.
Die Familie hatte etwas verwirrt auf dieses Geständnis reagiert, weil sie ja regelmäßig Emails von dem alten Herrn bekommen hatte.
Nachforschungen zeigten jedoch, dass der Sohn diese Mails geschrieben hatte. Außerdem war der Mann definitiv niemals in Las Palmas angekommen.
Die Polizei geht inzwischen von einem Mord aus. Kein Mensch würde eine Leiche - so die Polizei - im Meer versenken, wenn der Tote eines natürlichen Todes gestorben ist.
Man hat das Grundstück, auf dem Vater und Sohn gelebt hatten, umgegraben, aber nichts gefunden. Die Leiche scheint also wirklich im Meer zu sein.
Der Sohn hat sein Geheimnis mit ins Grab genommen. War es ein Unfall, eine Familientragödie oder doch Mord? Man wird es wahrscheinlich nie erfahren. Mit Sicherheit war es etwas, was seine Seele so schwer belastet hat, dass er am Ende keinen Ausweg mehr sah.
08.10.09
Crime-Telegramm / Mord verjährt nie? - in Schweden schon!
"Mord verjährt nie", heißt es so schön. In Schweden ist das anders, dort verjährt Mord nach 25 Jahren! Auch andere Straftaten, die mit "Lebenslänglich" geahndet werden können, verjähren nach diesem Zeitraum. Das hat zur Folge, dass auch viele Beweise und Akten nach 25 Jahren aus den Archiven verschwinden, keiner braucht sie ja mehr ...
In Schweden will man die Gesetze nun verändern und die Verjährungsfrist auf 70 Jahre erhöhen. DNA-Analysen und andere technische Analysen seien heute so gut, dass es sich lohne, alte Fälle wieder aufzurollen.
Außerdem hat man Angst, dass der wohl größte Kriminalfall in der Geschichte Schwedens dadurch ebenfalls bald verjähren könnte. Am 28.2.2011 ist es genau ein viertel Jahrhundert her, dass Olof Palme erschossen wurde!
In Schweden will man die Gesetze nun verändern und die Verjährungsfrist auf 70 Jahre erhöhen. DNA-Analysen und andere technische Analysen seien heute so gut, dass es sich lohne, alte Fälle wieder aufzurollen.
Außerdem hat man Angst, dass der wohl größte Kriminalfall in der Geschichte Schwedens dadurch ebenfalls bald verjähren könnte. Am 28.2.2011 ist es genau ein viertel Jahrhundert her, dass Olof Palme erschossen wurde!
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juristische Fragen,
Rechtsgeschichte
Crime-Telegramm/ Das Linda-Chen-Mysterium / 2. Teil
Mats Alm sitzt immer noch in Untersuchungshaft. Am Montag sollte er erneut einem Haftrichter vorgeführt werden, aber das war gar nicht nötig. Er willigte freiwillig ein, die U-Haft um weitere zwei Wochen zu verlängern.
Gestanden hat er allerdings nicht! Er hält weiter an seiner Version fest. Er sei entführt und betäubt worden, man habe ihn gezwungen, Tabletten zu essen, sei in einem Kofferraum versteckt gewesen usw. Die Entführer hätten von ihm Lindas Geld verlangt, und am Ende sei er im Wald neben Lindas Leiche aufgewacht. In der Zeit davor hätte er auch "merkwürdige Männer" vor seiner Wohnung beobachtet.
Bisher weist die Polizei noch alles als "reine Phantasie-Geschichten" zurück.
Eine Lokalzeitung hat inzwischen auch noch gemeldet, dass die tote Linda Chen kurz vor ihrem Tod eine Lebensversicherung unterschrieben hat. Mats Alm soll 100.000 Euro erhalten!
Trotzdem: Wenn Mats nicht gesteht, wird der Prozess gegen ihn wieder ein reiner Indizienprozess werden. Falls es der Polizei überhaupt gelingt, genug Beweise für eine Anklage zu finden!
Gestanden hat er allerdings nicht! Er hält weiter an seiner Version fest. Er sei entführt und betäubt worden, man habe ihn gezwungen, Tabletten zu essen, sei in einem Kofferraum versteckt gewesen usw. Die Entführer hätten von ihm Lindas Geld verlangt, und am Ende sei er im Wald neben Lindas Leiche aufgewacht. In der Zeit davor hätte er auch "merkwürdige Männer" vor seiner Wohnung beobachtet.
Bisher weist die Polizei noch alles als "reine Phantasie-Geschichten" zurück.
Eine Lokalzeitung hat inzwischen auch noch gemeldet, dass die tote Linda Chen kurz vor ihrem Tod eine Lebensversicherung unterschrieben hat. Mats Alm soll 100.000 Euro erhalten!
Trotzdem: Wenn Mats nicht gesteht, wird der Prozess gegen ihn wieder ein reiner Indizienprozess werden. Falls es der Polizei überhaupt gelingt, genug Beweise für eine Anklage zu finden!
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