21.11.07

Als der Schrei ganz leise verschwand ...

1994 wurde "Der Schrei" von Edvard Munch zum ersten Mal aus einem Museum gestohlen. Es war ein Diebstahl wie im Film, mit höflichen Ganoven, mit unfreiwillig komischen Museumsleuten und mit äußerst geheimen Geheimagenten.

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Zwischenbemerkung: Munch malte vier verschiedene "Der Schrei" Infos dazu hier


Es war die Nacht zum 12. Februar 1994, eine der kältesten und gleichzeitig aufregendsten Nächte in der Geschichte des Landes. Die Olympischen Spiele in Lillehammer sollten in wenigen Stunden eröffnet werden. Man hatte einen schneereichen, kalten Winter erhofft, aber nun lagen in weiten Teilen des Landes die Temperaturen bei Minus 30 Grad. Es war so kalt, dass man sich in einigen Sportarten ernsthafte Sorgen für die Zeit der Spiele machte.

Das Land wirkte wie festgefroren, es herrschte eine merkwürdige Mischung aus kaum noch zu unterdrückender Vorfreude und eisigster Kälte.
Wer konnte, lag im Bett. Aber hinter den Kulissen wurden die letzten Vorbereitungen für die Eröffnungsfeier getroffen. Dazu waren auch die meisten Polizisten des Landes nach Lillehammer beordert worden, in der Hauptstadt Oslo gab es kaum noch Uniformen.

Es war die Nacht vor dem Tag der Tage.

In dieser Nacht hatten zwei Männer in Oslo alle Hände voll zu tun. Als sie ihre Vorbereitungen abgeschlossen hatten, marschierten sie mit einer 3.5 Meter langen Leiter durch die Straßen Oslos. Bei der "Natijonalgellerie" - dem staatlichen Kunstmuseum - machten sie halt. Sie lehnten die Leiter an die Hauswand, dann kletterte einer hoch, warf ein Fenster ein, sprang mit einem Satz in das Innere des Gebäudes und holte ein Bild von der Wand.

Der Dieb war höflich und hatte Sinn für Humor. Bevor er wieder nach unten kletterte, setzte er eine Postkarte mit zwei lachenden Männern an die Wand. "Danke für die schlechte Alarmanlage", war hinten drauf gekritzelt.

Der Einbruch dauerte genau 50 Sekunden und wurde von Überwachungskameras gefilmt.
Gestohlen wurde eines der kostbarsten Meisterwerke der Welt: "Der Schrei" von Edvard Munch.





Fortsetzung hier

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