04.11.07

Crime-Telegramm / "Schwedens gefährlichster Mann" wieder frei



Links: Aftonbladet 1979 als Svartenbrandt auf drei Polizisten geschossen hatte. "Er wollte drei Polizisten ermorden".
Damals bekam er 12 Jahre.
Rechts: Die Verhaftung




Lars-Inge Svartenbrandt alias Lars Ferm ist 62 Jahre alt und war sein ganzes Leben hauptsächlich Verbrecher. Die schwedischen Zeitungen gaben ihm den Beinamen "Schwedens gefährlichster Mann".
40 Jahre seines Lebens hat er hinter Gittern verbracht, zum ersten Mal saß er bereits 1957 mit 12 Jahren in einer Erziehunganstalt. Damals half er im Bahnhof Reisenden beim Koffertragen. Der "nette Junge" klaute dabei ganz nebenbei die Geldbörsen.

Der Geldbeutelklau wurde der Beginn einer famosen Verbrecherkarriere!

Er hat Banken überfallen, Tankstellen ausgeraubt, Frauen misshandelt und mehrere Male auf die Polizei geschossen. Bei einer Schießerei 1979 verletzte er drei Beamte. Damals bekam er zwölf Jahre Gefängnis. 1986 floh er und raubte sofort eine Bank aus. 1999 - als er gerade mal wieder frei war - schoss er erneut auf einen Polizisten! Außerdem gelang es ihm immer wieder, aus dem Gefängnis auszubrechen. Einmal kam er bis nach Spanien und wurde dann dort verhafatet.

2002 wurde er nach einem Raubüberfall auf ein Systembolag - einem staatlichen Spirituosengeschäft - zum letzten Mal verhaftet und verurteilt. Bei dem Überfall wurde eine Frau, die er zur Geisel nahm, verletzt.

Nun hat er alle seine Strafen abgesessen. Ende Oktober kam er frei, nachdem er die letzten fünf Jahre in Einzelhaft verbracht hatte. Während seiner Haftzeit starb sein 14-jähriger Sohn - zur Beerdigung kam er für einen Tag frei.

Vor seiner Freilassung gab er der Zeitung "Aftonbladet" ein Interview. Er gab sich lässig, meist cool und sehr belesen.

"Meine kindische Sehnsucht nach Liebe hat meine innere Welt erfüllt und sich zu Hass verwandelt", sagte er u.a. Und: "Du kannst gerne schreiben, dass ich mein letztes Verbrechen begangen habe. Ich habe angefangen, zu meditieren. In Zukunft will ich ein ruhiges Leben führen, um meditieren, schreiben und lesen zu können."
Die Jahre hinter Gittern hat er damit verbracht, ein Buch zu schreiben. Außerdem hat er Psychologie und Theologie studiert. Laut eigener Aussage könnte er als Pastor arbeiten ... Er hofft aber, mit seinem Buch Geld verdienen und mit dem Geld ein ordentliches Leben führen zu können. Auf die Frage, ob man ihm das nun auch glauben kann, reagierte er verärgert. "Ich sch..ss drauf, was andere Leute denken. Aber ich habe keine Dämonen mehr in mir. Sie sind alle weg. Ich habe vierzig Tage und Nächte geweint, seit dem bin ich befreit."

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