12.12.07

Der grausame Fahrraddieb / Teil 2




Quelle: Aftonbladet


Juha kurz nach der Verhaftung in Dänemark








Fortsetzung von hier

Es dauerte nur eine Woche, dann konnten Juha und Marita verhaftet werden. Sie hatten versucht, sich nach Dänemark abzusetzen. Aber auch da war ihre Spur dank der weißen Angorakaninchen nicht zu übersehen. Als sie in Dänemark in einen Zug steigen wollten, wartete die Polizei auf sie. Juha und Marita wurden der schwedischen Justiz übergeben. Der Prozess fand in Schweden statt, da beide jedoch finnische Staatsbürger waren, wurden sie nach dem Urteil nach Finnland ausgewiesen.


Juha bei einer seiner Hochzeiten hinter Gittern in einer finnischen Zeitung:

Juha wurde zu lebenslanger Haft verurteilt, obwohl er versuchte, die Schuld auf Marita abzuschieben. Aber niemand vor Gericht glaubte ihm, dass die willensschwache Marita den sinnlosen Dreifachmord begangen haben könnte. Marita bekam einige Jahre Haft, sie lebt heute zurückgezogen in Finnland, ist Mutter und hat keinerlei Kontakt mehr zu kriminellen Kreisen.

Juha dagegen hat auch hinter Gittern weiter von sich Reden gemacht. Nach eigener Aussage hat er sieben Mal geheiratet! Vier Ehefrauen sind auch in der Öffentlichkeit bekannt. Eine Frau war eine finnische Messerstecherin, die den traurigen Ruf hat "Finnlands gefährlichste Frau zu sein", eine andere Frau war eine schwedische Journalistin.

Nach einer Hochzeit hat er den Namen gewechselt. Er heißt heute Nikita Joakim Fouganthine, allerdings hat er nie versucht, diesen Namen irgendwie geheim zu halten ... er ist heute als Nikita genauso bekannt, wie seit jeher als Juha!

14 Jahre nach dem Urteil gab er ein Zeitungsinterview. In diesem Interview gab er die Tat zum ersten Mal zu. "Ja, ich habe geschossen. Ich bekam Panik ..."

Juha hat seit seiner Verurteilung immer wieder versucht, aus dem Knast auszubrechen. Sechs Mal ist es ihm gelungen, wobei einige Ausbrüche sehr spektakulär waren. Einmal nahm er seinen Englisch-Lehrer als Geisel, einmal war er mit seiner damaligen Frau 111 Tage auf der Flucht - die meiste Zeit davon in Nordschweden, genau wie einst in den wilden 80er Jahren.

Er hat immer wieder um Begnadigung gebeten, aber das wurde immer abgelehnt. Die letzte Ablehnung kam im Sommer 2007. Die Öffentlichkeit reagierte deshalb verblüfft, als im Dezember 2007 bekannt wurde, dass Juha 2008 auf Bewährung freikommt (siehe hier).

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