25.07.07

In eigener Sache

Google hatte den Blog 24 Stunden gesperrt. Ich war natürlich erst einmal etwas von den Socken, bekam dann aber Gott sei Dank eine Erklärung von Google. Der "Google-Roboter" habe Zeichen dafür entdeckt, dass es sich bei meinem Blog um einen Spam-Blog handeln könnte. Und das müsse nun untersucht werden.

Bei Blogger.com gibt es zu diesem Theme eine Seite mit einer langen Erklärung. Ich habe sie gründlich durchgelsen, aber nichts gefunden, was auf diesen Blog hier zutreffen könnte.

Nun wurde der Blog wieder geöffnet. Ich bekam dazu eine Mail von Google, in der man sich auch entschuldigte:

Hello,

Your blog has been reviewed, verified, and cleared for regular use so that
it will no longer appear as potential spam. If you sign out of Blogger and
sign back in again, you should be able to post as normal. Thanks for your
patience, and we apologize for any inconvenience this has caused.

Sincerely,
The Blogger Team


Es läuft also wieder alles normal weiter, und es muss auch niemand Angst haben, wenn er den Blog anklickt ;-)
Aber: Weiß Jemand, was an diesem Blog hier den Spam-Verdacht ausgelöst haben könnte? Gibt es irgendwo ein geübtes Auge, das sieht, was ich eventuell falsch mache? Zu viel Text? Zu viele Links?? Oder war es vielleicht nur ein Computer-Irrtum. So etwas soll es ja geben ;-) Bitte melden, wenn Jemand was weiß!

24.07.07

Der unsägliche Zorn des Peter Lundin

Peter Lundin hat seine Mutter, seine Freundin und die Kinder seiner Freundin ermordet. Er hat drei Leichen zerstückelt und verschwinden lassen, und er konnte sich obendrein bei allen seinen irrsinnigen Taten auch noch auf die Hilfe seines Vaters verlassen. Der Fall Peter Lundin hat die Dänen aufschrecken lassen. Ein fast schon teuflischer Wahnsinn, den man bisher nie im eigenen Land vermutet hätte und den man nur aus TV-Serien und von der Leinwand her kannte, war auf einmal in das sonst so ruhige Kopenhagen gezogen.

Drei der Lundin-Opfer:





Marianne Pedersen (36) liebte ihre beiden Söhne Brian (12) und Dennis (10) über alles. Obwohl ihr Leben als Domina in einer Villa bei Kopenhagen alles andere als normal-bürgerlich war, war sie dennoch eine äußerst vorbildliche Mutter mit engen Kontakten zu ihrer Familie, zur Schule, zu Nachbarn und zu Freunden.

Als sie und ihre Söhne im Juni 2000 spurlos verschwanden, wäre das normalerweise sofort aufgefallen. Ihr Mörder hatte jedoch vorsorglich einen Zettel an die Tür gehängt: „Hallo, wir sind verreist!“ Aber nach nur einer Woche wurden die Verwandten doch misstrauisch und sperrten die Tür auf.

Das Haus war leer. Aber gleichzeitig erzählte es den Betrachtern, dass etwas Furchtbares passiert sein musste. Überall herrschte ein heidenloses Chaos, ein merkwürdiger Geruch hing in den Räumen und dunkle Flecken und Spritzer an Wänden und auf den Fußböden erzählten eine tragische Geschichte.

Die Angehörigen alarmierten die Polizei.

Es ist der 4. Juli 2000, und es sollte nicht lange dauern, bis klar wurde, was hier geschehen war.

Die kleine Familie war von dem damals 29-jährigen Peter Lundin regelrecht ausgelöscht worden. Er hatte Marianne und ihren Söhnen erst ihr Leben und dann auch noch ihre Körper genommen. Ihre Leichen wurden nie gefunden.

Dabei hätte der Dreifachmord durchaus verhindert werden können. Denn Peter Lundin war der Polizei kein Unbekannter. Nur neun Jahre zuvor – 1991 – hatte er in den USA seine eigene Mutter erwürgt und dafür 20 Jahre Gefängnis bekommen. Während der Haftstrafe gab er dem dänischen Fernsehen ein Interview. Während dieses Gespräches war eine Hälfte seines Gesichtes schwarz, die andere Hälfte weiß geschminkt. „Die beiden Farben zeigen die beiden Seiten meines Charakters“, erklärte er. Seine Erklärungen in dem Interview waren so egozentriert und teilweise so wirr, dass den TV-Zuschauern die Haare zu Berge standen. Ein angesehener Psychologe erklärte ihn anschließend sogar zum „ausgeprägten Psychopathen. Von 40 möglichen Punkten bekommt er 39.“

Trotzdem oder vielleicht auch gerade deshalb faszinierte er in diesem Interview auch einige Frauen.

………..

Wie aus Klein-Peter ein Mörder wurde

Peter Lundins Vater Ole Lundin war als junger Mann und US-Bürger Soldat in Deutschland gewesen. Er hatte sich dort in die Deutsche Anna Schaftner verliebt und sie geheiratet. Nach der Soldatenzeit ging das Paar nach Dänemark, Oles zweiter Heimat. Dort kam dann Peter zur Welt.

Ole liebte seinen Sohn Peter über alles. Alle Angehörigen und Augenzeugen berichten, dass selten ein Junge so verwöhnt worden war, wie der kleine, hübsche, dunkelhaarige Peter. Peter bekam alles, auf das er deutete. Nie wurde ihm widersprochen, die ganze Familie war hin und weg, wenn Klein-Peter den Mund aufmachte.

Der Familie Lundin ging es auch finanziell gut. Aber dann wurde Ole Lundin krank und arbeitslos, und am Ende wurde das Haus der Familie zwangsversteigert. Da Oles Vater in den USA lebte, zog die Familie nun dorthin. Nach dem finanziellen Crash wagte man in Florida mithilfe der Großeltern einen Neuanfang. Wieder ging es allen sehr gut, die Lundins besaßen nach einiger Zeit ein Motel, später auch noch ein Mietshaus.

Aber dann kommt Peters Pubertät, und aus dem süßen kleinen Jungen wurde ein äußerst unangenehmer Zeitgenosse, der sich prügelte, soff und klaute.

Immer wieder verprügelt er auch seine Mutter Anna, die als einzige versuchte, den Sohn etwas zu erziehen. Papa Ole sah dem ganzen eher machtlos zu. Er liebte seinen Sohn, egal, wie der sich benahm. Als Anna schließlich die Polizei holte, schützte Ole seinen Sohn sogar ganz massiv. Er behauptete, seine Frau hätte sich ihre blauen Flecken selbst zugezogen. Der liebe Peter sei absolut unschuldig. Die Polizei zog wieder ab.


Am 7. April 1991 machte Anna Schaftner einen schlimmen Fehler. Sie forderte ihren Sohn Peter auf, sich die Haare zu schneiden. Weil er nicht wollte, nahm sie eine Schere und drohte damit, es selbst zu tun.

In dieser Sekunde verlor Peter Lundin die letzten Hemmungen, die er noch hatte. Es reichte ihm nicht mehr, seine Mutter „nur“ zu verprügeln oder „nur“ nach ihr auszuschlagen. Nun würgte er sie. Und ganz am Schluss brach er ihr das Genick.

Auch in dieser Situation konnte sich Petr er sich auf den guten Papa Ole verlassen.

Gemeinsam verscharren sie die Mutter an einem 700 km entfernten Sandstrand, gemeinsam erzählen sie den Nachbarn, dass Mama heim nach Deutschland geflogen ist.

Im November 91 fegte ein Sturm über die Ostküsten des Landes und Annas Leiche kommt ans Tageslicht. Nach einer kurzen Flucht werden Vater und Sohn in Kanada verhaftet. Der Sohn bekommt 20 Jahre Gefängnis, der Vater zwei Jahre.

Vielleicht hätte nie mehr jemand von Peter Lundin gehört, wenn es nicht zu jenem Interview im dänischen Fernsehen gekommen wäre.

Peter Lundin während seines Interviews mit dem dänischen Fernsehens:



Dutzende von jungen Däninnen schrieben nun Peter Lundin. Sie beten an, viele wollen ihn sogar heiraten! Eine von ihnen ist Tina. Sie ist 33 Jahre alt und so verliebt, dass sie ihn nach kurzer Zeit hinter Gittern heiratet.

Für Peter Lundin ist damit der Weg geebnet. Als während einer Gefängnisreform viele Gefangene vorzeitig freigelassen werden, gehörte Peter Lundin als „ordentlicher Ehemann“ zu den glücklichen. Nach nur sieben Jahren Haft kam er wieder frei. Er reiste nach Dänemark zu seiner ihn Angetrauten und zieht bei ihr ein!

Tina begriff jedoch sehr schmerzhaft und sehr schnell, dass Peter Lundin nicht nur charmant sein kann. Er verprügelte sie oft, und was noch schlimmer ist: Er verprügelte auch Tinas kleine Tochter. An ihrem 14. Geburtstag feiert, schickt er ihr sogar eine SMS mit den Worten: „Ich hoffe, du erstickst am Geburtstagskuchen.“

Tina setzte ihn vor die Tür.

In dieser Situation lernte er Marianne Pedersen und ihre kleinen Söhne kennen.

………………


Der Dreifachmord von Kopenhagen

Marianne Pedersen arbeitete als Domina und besaß sogar ein kleines Bordell mit einigen Damen, die für sie arbeiteten. Marianne war zwar nach Außen hin eine Prostituierte und Bordellmutter, aber sie selbst sah sich als seriöse Geschäftsfrau und hart arbeitende Witwe. Ihr Mann, der Vater ihrer beiden Söhne, war an Krebs gestorben. Sie sorgte für ihre Jungen und kämpfte dafür, dass sie ein gutes Leben bekamen.

Peters Frau Tina hat ihn zwar hinausgeworfen, konnte sich aber trotz der regelmäßigen Prügeleinheiten immer noch nicht ganz von ihm trennen. Wochenlang lebt Peter Lundin mal mit Tina, mal mit Marianne. Mal stritt er sich mit Tina, mal mit Marianne,

Am 16. Juni – nachdem Marianne mit den Söhnen und Peter Lundin bei einem Schulfest gewesen war – kam es zum allerletzten Gerangel. Marianne schien nun wirklich die Nase voll von Peter zu haben, sie wollte sogar Tina anrufen und ihr „die Wahrheit“ über Peter erzählen.

Wenn Peter Lundin etwas nicht vertragen kann, sind es Drohungen von Frauen! Seine Mutter hatte ihm damit gedroht, ihm die Haare zu schneiden und dafür mit dem Leben bezahlt.

Marianne drohte damit, Tina anzurufen, und auch dieses Mal machte es Klick in seinem Hirn.

Er würgte sie und brach ihr am Ende das Genick. Der kleine Dennis wollte seiner Mutter helfen. Peter brach ihm das Genick! Brian lief in den Keller und wollte sich dort verstecken. Peter setzte ihm nach und brach auch ihm das Genick.

Nach dem dreifachen Mord konnte sich Peter - wie immer in seinem Leben - auf Papa Ole verlassen. Zusammen machte sich das unheimliche Duo daran, die Leichen verschwinden zu lassen. Wobei Ole bis heute seine Unschuld beteuert und auch das Gericht ihm eine Beteiligung nicht nachweisen konnte.

Feststeht jedoch, dass Nachbarn den alten Herrn Lundin am Tag nach den Morden im Garten der Familie Pedersen sah. Gemeinsam mit Peter brachte er gefüllte Plastiksäcke weg.

In den Tagen nach den Morden hing ein Zettel an der Tür, auf dem stand, dass Marianne und die Kinder verreist sind. In diesen Tagen benützte Peter Lundin die Bankkarte von Marianne Pedersen fleißig. Immer wieder war er einkaufen und seine Einkaufsliste war ziemlich makaber. U.a. standen viele Gummihandschuhe, Säcke und Putzmittel auf der Liste.

Der Müllcontainer wurde immer voller. Die Müllmänner wunderten sich zwar und berichteten später auch von „Säcken, aus denen was rot-gelbes“ tropfte, aber sie öffneten die Säcke nicht.

Als der Polizei Anfang Juli klar wurde, was hier passiert war, suchte man die Leichen von Marianne und ihren Söhnen neun Tag lang! Man leerte sogar einen See und man setzte 42 Suchhunde ein! Dutzende von Männern durchsuchten insgesamt 5000 Tonnen Müll auf eine Müllhalde.

Aber auch diese Suche war ergebnislos.

Anmerkung am 11.11.2009: Zum Tatvorgang wurde im November 2009 mehr bekannt, man kann das hier nachlesen



Die Antwort auf die Frage, was aus Marianne und den Söhnen geworden ist, lag im Grunde von Anfang an auf der Hand: Mit einer an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit endeten sie mit all den anderen Müllsäcken in der Verbrennungsanlage!

Am 4. Juli wurde Peter Lundin verhaftet, am 11. Juli, fast vier Wochen nach der Tat, verhaftete die Polizei auch noch Papa Ole Lundin. Die Polizei fand bei ihm ein blutverschmiertes Beil und eine blutverschmierte Säge. Außerdem war seine Wohnung voll mit Gegenständen aus Mariannes Wohnung. Zu diesem Zeitpunkt endete die Solidarität zwischen Vater und Sohn. Ole hat zwar seinen Sohn immer wieder gedeckt und ihm auch praktisch geholfen, aber als Mörder wollte er nicht dastehen. Während Peter Lundin schwieg, wies Ole Lundin hartnäckig jede Schuld von sich, und nach langen Verhören glaubte ihm die Polizei schließlich. Am 16. August wurde Ole Lundin wieder freigelassen.

Peter Lundin gestand die Morde erst am 19. Oktober. Bei einem Ortstermin zeigte er der Polizei dann auch, wie er seinen Opfern die Nacken gebrochen hat.

Peter Lundin beim Ortstermin





Über die Zerstückelung der Leichen wollte sich Peter Lundin allerdings nie äußern. Er hat nur zugegeben, die Hände und Gesichter gründlich zerschmettert zu haben. Als ihn die Polizei nach dem Warum fragte, war seine Antwort pervers-logisch: „Nach dem Tod meiner Mutter wurde ich aufgrund ihrer Fingerabdrücke überführt. Das sollte nicht noch einmal passieren.“

Peter Lundin wurde zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Ole Lundin bekam wegen Diebstahl von Mariannes Eigentum nur eine kurze Haftstrafe. Beihilfe oder Vertuschung von Mord galt als nicht bewiesen. Das Gericht glaubte seiner Erklärung, dass er nicht gewusst hatte, was in den Säcken gewesen war.

Obwohl Peter Lundin vier Menschen ermordet hat, scheint er immer noch eine starke Wirkung auf Frauen zu haben. Seit seiner Verurteilung bekommt er regelmäßig Post von jungen Frauen. Lundins Anwalt Peter Hjoerne versuchte dieses Phänomen zu erklären: ”Mein Klient ist ein spezieller Mensch. Das wird jeder, der ihn kennt, bestätigen. Er hat eine Art von Charisma, das offenbar in den Augen bestimmter Frauen unwiderstehlich ist.“

Einem Gerücht zufolge hat Peter Lundin, der inzwischen den Namen gewechselt hat, wieder eine „Frau fürs Leben“ gefunden. Es heißt, dass er bald wieder heiraten wird.



Neues hörte man im Herbst 2008, ausführlich hier

Crime-Telegramm



Strömstad ist eine kleine schwedische Grenzsstadt, in der Norweger einkaufen und Party feiern. Auch die Schweden fahren gerne nach Strömstad, in dieser kleinen Grenzstadt ist manchmal richtig der Bär los!

Am 23. Juli fand eine Frau in den frühen Morgenstunden neben den Abfallcontainern einer Disco die Leiche einer 40-Jährigen. Die Tote war Mutter von kleinen Kindern, sie hatte offenbar mal einen freien Abend genießen wollen und in Disco heftig getanzt. Der Abend war fröhlich - das beweisen zahlreiche Fotos, die in der Disco gemacht wurden. Bis jemand sie hinter der Disco mit einer Holzlatte erschlagen hat.

Der mutmaßliche Täter konnte bereits am nächsten Tag festgenommen werden: Ein 24-jähriger, der in einem Restaurant in Strömstad als Tellerwäscher jobbt.

Seine Aussage: "Wir hatten zusammen getanzt, dann die Disco verlassen. Wir wollten alleine sein. Hinter der Disco ging sie mit einer Holzlatte auf mich los. Ich entriss sie ihr und verteidigte mich." Warum die Frau plötzlich auf ihn eingeschlagen haben soll, konnte oder wollte er nicht erklären.

Nach der Tat ging er nach Hause und schlief. Danach ging er zur Arbeit, als sei nichts geschehen. Die Staatsanwaltschaft will Anklage erheben.