26.11.07

Crime-Telegramm / Sicherheitsverwahrung für Dreifachmörder?


Drei Schwestern verloren in Oslo am 1. Oktober 2006 in einem unvorstellbaren Blutbad ihr Leben.

Es starben Sobia Khan (27), Saadia Shaheen (24) und Nafisa Khan (13). Sie wurden mit zahlreichen Axthieben erschlagen, Saadia wurde außerdem noch von Pistolenkugeln durchlöchert.

Der Täter war der Bruder der drei Schwestern: Shazad Khan (31).
Shazad leidet an psychischen Krankheiten. Die Familie meint, die Ärzte hätten ihn und die Familie in Stich gelassen. Khan bekannte sich "teilweise schuldig", er behauptet, seine verstorbene Mutter habe zum ihm gesprochen und ihm die Morde an den drei Schwestern befohlen.
Gleichzeitig munkelten Bekannte der Familie jedoch auch von einem"Ehrenmord".

Während des Prozesses letzte Woche konnte ein Motiv trotzdem nicht ermittelt werden.

Die Staatsanwaltschaft fordert die norwegische Höchststrafe: 21 Jahre Sicherheitsverwahrung.

Vielleicht wird bei der Urteilsbegründung deutlich werden, was in dieser Familie eigentlich genau vorgefallen ist.

Als der Schrei ganz leise verschwand ...und wiederkam

Pal Enger - der Dieb




Der Kunstraub wurde entdeckt, als die Zeitung „Dagbladet“ kurz nach 7 Uhr einen anonymen Anruf erhielt. Später sagte der Museumsdirektor Knud Berg den inzwischen legendären Satz: „Es ist immer einfach, hinterher klüger zu sein!“ Ganz begriff die norwegische Öffentlichkeit trotzdem nie, wie eine Alarmanlage so schlecht sein konnte, dass man eines der bekanntesten Gemälde der Welt so einfach klauen konnte.

Die Polizei war mit diesem Diebstahl und der gleichzeitigen Eröffnung der Olympischen Spiele mit seinen zahlreichen Staatsgästen heillos überfordert. Die Osloer Kripo bekam Hilfe von Scotland Yard, die man ohne Murren und dankbar annahm.

Von da an gab es komplizierte verdeckte Ermittlungen, äußerst geheime Geheimaktionen, und man könnte einen ganzen Film darüber drehen, was damals in Oslo hinter den Kulissen alles passierte.

Kurz zusammen gefasst, verdächtigte die Polizei von Anfang an den norwegischen Kriminellen Pål Enger. Er war bereits mehrmals vorbestraft, und er hatte bereits 1988 ein Munch-Bild gestohlen. Er war der Typ „Gentleman“-Dieb, dem alles zuzutrauen war.

Die Agenten aus England gaben sich unterdessen als Kunstsammler aus. Es gab mehrere Treffen mit mehreren Unterhändlern.

Bald wusste die Polizei, dass insgesamt vier Männer an dem Raub beteiligt waren, einer von ihnen war wie vermutet Pål Enger.

Nach drei Monaten vereinbarten die als Kunstsammler getarnten Agenten eine Geldübergabe mit den Kriminellen. Abgesprochen waren drei Millionen Kronen, was damals ca. 800.000 Mark entsprach. Der Trick klappte – und nach einer vermeintlichen Geldübergabe fand man das Bild in einem Hotelzimmer, während die vier Ganoven nach einer riesigen filmreifen Schlägerei im feinsten Hotel Oslos verhaftet wurden.

Das Nachspiel war ebenfalls tragikomisch.

Die englischen Agenten weigerten sich, vor dem norwegischen Gericht auszusagen und damit ihre Identität bekannt zu geben. Die einzigen richtigen Zeugen, die es gab, konnten deswegen nicht geladen werden.

Pål Enger war der einzige, dem die Beteiligung nachzuweisen war. Allerdings konnte auch er nicht wegen dem Raub, sondern nur wegen Hehlerei verurteilt werden. Er bekam sechs Jahre Haft. Sein mutmaßlicher Komplize William Ellingsen wurde ebenfalls verurteilt – im Berufungsverfahren dann aber aus Mangel an Beweisen frei gesprochen. Denn: Die Überwachungskamera hatte zwar alles gefilmt, aber die Qualität des Films war so schlecht, dass man niemanden darauf eindeutig identifizieren konnte.

Ellingsen wurde 1996 von einem anderen Kriminellen erschossen. Ein weiterer Verdächtiger starb später an einer Überdosis.

Pål Enger hat im November 2007 wieder einmal Schlagzeilen gemacht. Er brach aus dem Gefängnis aus, weil er Weihnachten nicht alleine verbringen wollte und Sehnsucht nach seiner Freundin hatte. Nach nur einem Tag in Freiheit kam er wieder hinter Gittern.

Dabei hat Enger die Strafe für den Munch-Raub natürlich längst abgesessen. Aber er kann das Stehlen einfach nicht lassen und kommt immer wieder ins Gefängnis.

Dabei gehören seine letzten „Verbrechen“ in die Kleinkram-Abteilung. Einmal klaute er 7 Euro, einmal zwei Marzipanschweine. Er ist betrunken Auto gefahren, und er hat bei Einbrüchen TV-Apparate und Handys mitgenommen.