08.01.08

Crime-Telegramm / Der Fall "Riccardo" abgeschlossen

"Stoppt die Gewalt auf den Straßen Stockholms" - immer wieder konnte man das nach dem Mord an Riccardo lesen. Hier die Titelseite der Zeitung "Stockholm City" am Tag nach dem Urteil.


Anfang Oktober wurde Riccardo Campogiani (16) in der Altstadt von Stockholm von mehreren Jugendlichen überfallen und getötet. Er starb am Tag vor seinem 17. Geburtstag. Die Täter waren alle genauso alt wie er. Die Ursache für den Überfall war wahrscheinlich ein kleines Wortgefecht, das man noch nicht einmal als Streit bezeichnen könnte. Trotzdem hat es als Auslöser gereicht ... Sie schlugen auf Riccardo ein, als er bereits bewusstlos am Boden lag, traten sie auch noch nach ihm.

Damals zeigte auch Kronprinzessin Victoria (30) ihre Bestürzung. Sie kennt den Vater des Jungen - er ist ein bekannter Stockholmer Restaurantbesitzer. In Stockholm erregte vor allem die Sinnlosigkeit und die Heftigkeit der Gewalt die Gemüter. Kronprinzessin Victoria sagte, sie wolle ein Zeichen setzen. Die Jugendlichen müssten verstehen, welche Konsequenzen ihre Handlungen haben können.

Nun wurde am Montag das Urteil gegen die vier Jugendlichen gesprochen. Einer der vier 16-Jährigen wurde freigesprochen, die drei andren bekamen je drei Jahre Jugendhaft. Das Urteil fiel so milde aus, da das Gericht davon überzeugt war, dass die Jugendlichen nicht wussten, dass Riccardo von den Schlägen und Tritten sterben könnte.

Dado Campogiani - der Vater des Jungen - sagte nach dem Urteil: "Alles ist genauso sinnlos, wie vorher. Daran hat das Urteil nicht geändert.

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