17.09.09

Crime-Telegramm / Thallium-Mörder auf der Flucht

Terje Wiik, der seine Nachbarin mit Thallium vergiftet hat und zu 21 Jahren Haft und 10 Jahren Sicherheitsverwahrung verurteilt worden ist (der ganze Fall ist hier geschildert), kam am Freitag von einem Freigang nicht zurück. Er hat Norwegen verlassen und reiste bis nach Frankreich. In Strasbourg ging er zum Gericht für Menschenrechte. Vollkommen unangemeldet nahm er Kontakt mit einem Sachbearbeiter auf. Offenbar wollte er erreichen, dass sein Fall in Strasbourg vor Gericht kommt.
Gleichzeitig wurde bekannt, dass es Wiik gelungen war, vom Gefängnis aus einen neuen Pass zu bestellen. Im Passamt hat sich niemand darüber gewundert, dass ein Gefängnisinsaße einen Pass beantragt! Den Pass hat er allerdings nie abgeholt.
Wo er im Moment steckt, ist nicht bekannt. Er hatte ein Handy, die Nummer wurde nun gesperrt. Am Samstag hat er mit seinem Anwalt telefoniert und ihm versprochen, am Montag zurück in Norwegen zu sein. Im Moment sei er nur zu krank für die Reise, er würde jedoch zurückkommen, so bald es ihm gesundheitlich möglich ist. Seit diesem Anruf hat der Anwalt nichts mehr von ihm gehört.
Nach Wiiks Verschwinden wurde auch noch bekannt, dass Wiik in den letzten fünf Jahren bereits 24 Mal Freigang hatte!
In Anbetracht der Tatsache, dass Wiik außer der Haftstrafe auch noch die in Norwegen recht seltene Sicherheitsverwahrung bekam, wirkt diese Freigang-Praxis auf die meisten Norweger doch recht merkwürdig.

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