17.10.09

Crime-Telegramm / Mord ohne Leiche und ohne Mörder

Weihnachten 2007 verschwand ein schwedischer Arzt (67) aus seinem Haus in Trollhättan. Sein 26-jähriger Sohn - ein hochbegabter Ingenieur-Student - teilte der Familie mit, der Vater sei nach Las Palmas ausgewandert. Keiner wunderte sich. Der Vater hatte sich aus dem Berufsleben zurückgezogen, er liebte die Sonne und reiste oft in den Süden. Regelmäßig bekam die Familie außerdem Emails des alten Herrn. Der Sohn lebte weiterhin im Haus seines Vaters, fuhr dessen Auto, plegte des Garten und passte auf den Hund auf.
Dann passierte etwas Schreckliches: Der 26-Jährige setzte sich im Juni dieses Jahres ins Auto und fuhr damit mit hoher Geschwindigkeit gegen eine Bergwand. Es war eindeutig Selbstmord, die Polizei fand neben den Toten einen Zettel, auf dem er darum bat, dass sich jemand um seinen Hund kümmert.
Die Polizei sprach mit der Familie und erfuhr, dass der Sohn kurz vor seinem Selbstmord offenbar gestanden hatte, dass der Vater Weihnachten 2007 auf der Treppe ausgerutscht und gefallen ist. Er sei mit dem Kopf aufgeschlagen und gestorben. Der Sohn habe in Panik die Leiche ins Auto gepackt und dann im Meer versenkt.
Die Familie hatte etwas verwirrt auf dieses Geständnis reagiert, weil sie ja regelmäßig Emails von dem alten Herrn bekommen hatte.
Nachforschungen zeigten jedoch, dass der Sohn diese Mails geschrieben hatte. Außerdem war der Mann definitiv niemals in Las Palmas angekommen.
Die Polizei geht inzwischen von einem Mord aus. Kein Mensch würde eine Leiche - so die Polizei - im Meer versenken, wenn der Tote eines natürlichen Todes gestorben ist.
Man hat das Grundstück, auf dem Vater und Sohn gelebt hatten, umgegraben, aber nichts gefunden. Die Leiche scheint also wirklich im Meer zu sein.
Der Sohn hat sein Geheimnis mit ins Grab genommen. War es ein Unfall, eine Familientragödie oder doch Mord? Man wird es wahrscheinlich nie erfahren. Mit Sicherheit war es etwas, was seine Seele so schwer belastet hat, dass er am Ende keinen Ausweg mehr sah.

Kommentare:

  1. Wirklich spannender Krimi-Stoff. Er hat also tatsächlich E-Mails im Namen seines Vaters an die Familie geschrieben?

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  2. Ja, offenbar. Und er hat auch der Familie gegenüber gesagt, dass er mit dem Vater telefoniert hat.
    Leider sind die Infos alle sehr dünn, die schwedische Polizei ist sehr diskret und die Familie gibt sich bedeckt.

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  3. Die Geschichte ist mir echt entgangen...obwohl ich selbst in Schweden leben :/

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  4. Du kannst u.a. hier darüber lesen:
    http://www.expressen.se/nyheter/1.1733053/polisen-misstanker-dod-son-gravde-ner-pappa-i-tradgarden

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