28.12.09

Zyklon-B hatte keine Chance - Die Frau, die kein Opfer sein wollte

Kriminalgeschichten können auch einmal gut ausgehen. Zum Glück! Hier ist die Geschichte von Josephine, die fast zu einem CSI-Spürhund wurde, bis es ihr gelang, ihren Ex zu überführen. Monatelang hatte er versucht, sie zu vergiften. Als er am Ende sogar zu  Zyklon B griff, hatte sie ihn.




Die schwedische Zeitung "Expressen"
hat mit Josephine gesprochen. Ihre Geschichte ist unglaublich, und man freut sich mit ihr, dass es nun
endlich gut geht.


 "Mitt ex försökte döda mig med gift" - Nyheter - Senaste nytt | Expressen - Nyheter Sport Ekonomi Nöje





Der Hintergrund ist schnell erzählt. Als Josephine 19 war, lernte sie einen jungen Mann kennen. Ich nenne ihn hier "Sven". Sven und Josephine zogen zusammen und bekamen zwei Kinder. Mit der Zeit wurde er immer Besitz ergreifender. Er kontrollierte ihre SMS, verschickte falsche SMS in ihrem Namen und zerstörte damit Freundschaften. Josephine: "Er hat mich nie geschlagen, sein Terror verlief auf einem anderen Niveau."

 Manchmal rief er sie 50 Mal am Tag an, er erfand Geschichten über sie im Internet. Er überwachte sie ständig. Am Ende zog sie mit den Kindern aus. Aber da er der Vater ihrer Kinder war, sah man sich noch häufig. Sie brachte ihm die Kinder, oder holte sie ab. Man setzte sich zusammen und redete. Und da passierten auf einmal merkwürdige Dinge.

Einmal gab er ihr was zu trinken, das Getränk enthiel K.o.-Tropfen, und Josephine wachte in seinem Bett wieder auf. Er hatte sie vergewaltigt. Sie zeigte ihn bei der Polizei an, aber der waren angeblich die Hände gebunden. Es fehlten die ausschlagebenden Beweise. (Später wurde Sven trotzdem wegen dieser Vergewaltigung angeklagt und auch verurteilt!) In dieser Zeit begann Sven plötzlich, sich für Chemie zu interessieren. Josephine fühlte sich regelrecht bedroht, immer wieder ging sie zur Polizei, und immer wieder lehnte man Hilfe ab. Am Ende zog sie in ein Frauenhaus und von dort aus weiter zu einer geschützten Wohnung mit Geheimadresse. Aber Sven fand sie und schickte sogar Blumen.

Ab diesem Moment änderte Josephine ihr Verhalten. "Ich hatte keine Angst vor ihm. Ich war wütend. Ich wollte nicht mehr an einem geheimen Ort wohnen und vor ihm fliehen."
Sie zog zurück in ihre Wohnung und begann, systematisch Beweise gegen ihn zu sammeln. Einmal fand sie eine Zyanid-Kapsel in ihrem Essen, einmal hielt er ihr ein Fläschchen Zyanid unter die Nase. Dann kam der Tag, an dem sie nach einem Treffen mit ihm mit dem Auto heimfuhr. Ein Besuch, den sie fast nicht überlebt hätte. Josephine: "Es roch komisch im Auto. Erst dachte ich, ich bringe das Auto sofort zur Reinigung. Aber ich wollte endlich Beweise gegen ihn haben. Ich fuhr direkt zur Polizei, dabei hielt ich mitten im Winter ständig den Kopf aus dem Fenster. Es war ein ganz komischer Geruch, er tat in der Lunge weh. Ich spürte instinktiv, dass es etwas war, was ich auf keinen Fall einatmen durfte."  Die Polizei untersuchte den Wagen und fand zwei Stück Pappe, die mit Zyklon B und Uragan 2 getränkt waren. Es sind die Giftstoffe, die in den KZs zur Vernichtung verwendet wurden! Eine weitere Platte mit Gift fand man in ihrem Treppenhaus. Nun endlich griff die Polizei ein, sie untersuchte seinen PC und fand eine Quittung für das Gift. Er hatte es über das Internet bestellt.
Josephine: "Ich verstehe nicht, warum man nicht früher eingreifen konnte. Ich fühlte mich am Ende wie ein CSI-Spezialist. Ich war sehr einsam damals, und einige denken auch, ich war verrückt, die geschützte Wohung zu verlassen und nach Beweisen zu suchen."
Sven wurde wegen Vergewaltigung und Mordversuch zu neun Jahren Haft verurteilt. Im September beging er Selbstmord, er erhängte sich in seiner Zelle.
Josephine ist heute eine freie Frau. Trotzdem hat sie sich entschlossen, mit ihren Kindern in eine andere Stadt zu ziehen und ein neues Leben zu beginnen.
Ich wünsche ihr vom ganzen Herzen für diese neue Zukunft viel Glück!

Kommentare:

  1. Hallo aus Hamburg,

    ganz oben bei den Blogs von Blogger gibt es die Funktion "Nächster Blog". Die Benutze ich sueper gerne, weil ich so auf echte Juwelen stoße, die noch nicht überall zu lesen sind.
    So wieder dieser Blog.
    Ich finde ihn großartig. Ich habe vor einigen Jahren Jura studiert um Kriminologin zu werden, habe mich aber dann anders entschieden. Dennoch lese ich Krimis (die wahr oder fiktion sind) sehr gerne.
    Ausserdem mächte ich mein PRaxissemester in Februar 2011 in Stockholm absolvieren...

    Und wenn ich nun all diese interessanten Dinge auf diesem Blog finde, umso besser!Darf ich den Blog verlinken?

    Ein gutes neues Jahr.

    Yvonne

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  2. natürlich! immer gerne! Außer bei Seiten, die für die Todesstrafe sind oder ähnliches

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