04.02.10

Crime-Telegramm / Palme-Mord verjährt nicht

"Mord verjährt nie" - in Schweden war das bisher anders. Dort wurden bisher nach 25 Jahren die Akten geschlossen. Nun hat der schwedische Reichstag das Gesetz geändert. Es tritt am 1. Juli in Kraft. Durch die Gesetzesänderungen wird die Verjährungsfrist für schwere Verbrechen wie Mord, Totschlag, Völkermord und Terrorismus aufgehoben. Der berühmteste Fall, der davon betroffen ist, ist der Mord an Olof Palme. Er wurde am 28. Februar 1986 erschossen. Mit der alten Gesetzgebung wäre der Mord 2011 verjährt gewesen.
Kommissar Stog Edqvist, der die Palme-Soko in der schwedischen Reichspolizei leitet, glaubt jedoch nicht, dass das Mordrätsel jemals gelöst werden kann. Der Grund: Palmes Witwe hatte als Zeugin Christer Pettersson als Täter identifiziert. Sie könne also nie mehr als Zeugin gegenüber anderen Tatverdächtigen aussagen. Pettersson war ein unbedeutender Kleinkrimineller, er wurde erst verurteilt, später in zweiter Instanz freigesprochen worden. Er starb 2004. Vor seinem Tod soll er den Mord einer Freundin gegenüber gestanden haben. Allerdings wurde bis heute die Tatwaffe nicht gefunden, und bis heute halten sich in Schweden jede Menge Verschwörungstheorien, die ganz andere Tätergruppen sehen. Die meisten Kriminologen sind jedoch davon überzeugt, dass Pettersson wirklich der Mörder Olof Palmes war.

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